Formen der weiblichen Beschneidung /FGM

 

Wahrscheinlich gibt es so viele Formen, wie es Beschneiderinnen gibt. Jede hat ihre besondere Art. Jede hat ihr Werkzeug. In Benin werden diese z.B. seit vielen Generationen von der Mutter auf die Tochter vererbt. Es sind geheime Instrumente, die niemand sehen darf - umwickelt und verborgen in einer Kalebasse. Verwendet werden kleine angeschleifte Eisenteile, große Messer, Rasierklingen, Scheren, Glasscherben oder auch lange Fingernägel. Meist finden die Beschneidungen entfernt von der übrigen Familie in dunklen Räumen oder Hütten, abseits unter Bäumen oder auch in Hinterzimmern statt.

 

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Foto: Beschneidungsmesser in Kalebasse, Benin 2005

 

 

Die WHO unterscheidet im Wesentlichen vier verschiedene Formen

  • Die Sunna (arab. Tradition) / Typ I - bei der Vorhaut der Klitoris berührt oder entfernt wird. Sie ist äußerst selten und wird auch als Synonym für die Exzision verwendet.

  • Die Exzision oder Klitoridektomie / Typ II - bei der die Klitoris und die kleinen Schamlippen entfernt werden

  • Die pharaonische Beschneidung mit anschließender Infibulation / TYP III - bei der die Klitoris und die kleinen Schamlippen entfernt, die großen Schamlippen ausgeschabt und manchmal auch Gewebe aus der Vagina entfernt werden und anschließend die Wunde mit Dornen zusammengesteckt wird. Nur ein streichholzgroßes Loch zum Abfließen von Urin und Menstruationsblut soll bleiben. Diese Art macht 15 % aller Genitalverstümmelungen aus, ist bei Frauen in Somalia, Djibuti und im Sudan zu 98 % anzutreffen. Die Folgen für die Gesundheit der betroffenen Frauen und ihrer Kinder sind schwerwiegend, v.a. da zur Entbindung oft eine zusätzliche weitreichende Defibulation notwendig ist. In manchen Gegenden folgt nach der Geburt eine erneute Infibulation bzw. Reinfibulation.

  • Die vierte Form umfasst nach WHO verschiedene weitere Varianten der Beschneidung.


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Beschneidungsformen nach WHO
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Weibliche_Genitalverstümmelung

Folgen der FGM