Herkunft der weiblichen Beschneidung / FGM

 

Vermutlich ist der Brauch viele Jahrtausende alt und wurde bereits zu Beginn der Menschheitsgeschichte durchgeführt - vielfach und auch heute noch - im Zusammenhang mit Initiationsriten.
Herodot berichtet im 5. Jh. v. Ch. von einem solchen Brauch bei den Äthiopiern, Ägyptern, Phöniziern und Hetitern. Ein griechischer Papyrus (163 v. Ch.) , der im Britischen Museum aufbewahrt wird, erzählt von der Beschneidung heiratsfähiger Mädchen.

Der Ursprung der weiblichen Genitalverstümmelung ist historisch nicht konkret feststellbar, da es die Praktik bereits gegeben haben soll, noch bevor es schriftliche Aufzeichnungen dazu gab, so dass eine genaue Bestimmung von Zeit und Ort des Aufkommens nicht möglich ist.

 


fgm aegypten

Und auch Strabo erwähnt 25 v. Ch. einen Brauch in Ägypten, der an Frauen höherer Kaste vor der Ehe vollzogen wird. Aus dem Römischen Reich wissen wir von zugenähten Sklavinnen, mit denen auf dem Markt ein höherer Wert erzielt werden konnte, da ihre Arbeitskraft nicht durch eine Schwangerschaft gefährdet war.

Als wahrheitsgemäße Theorie gilt jedoch, dass bereits in Alt-Ägypten sowohl Männer als auch Frauen beschnitten beziehungsweise verstümmelt wurden, da man damals an die Doppelgeschlechtigkeit der äußeren Genitalien glaubte. Demnach war man davon überzeugt, dass das Individuum sowohl mit einer männlichen als auch mit einer weiblichen Seele geboren wird. Beim Mann liege der weibliche Anteil in der Vorhaut, bei der Frau fände sich der männliche Anteil in der Klitoris. Um sich in die geschlechtsspezifische und soziale Rolle einfinden zu können, mussten die nicht dazugehörenden Geschlechtsteile entfernt werden, das heißt bei dem Mann die Vorhaut und bei der Frau die Klitoris.
Auch in Europa und Nordamerika wurde die weibliche Genitalverstümmelung seit dem Mittelalter praktiziert, wobei in der Regel die Klitoris und die inneren Schamlippen beschnitten wurden. Dies galt zur Behandlung von unter anderem Masturbation, Nervosität, Hysterie, Hypersexualität, Epilepsie und Melancholie.

Gründe für die FGM